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Interview: Compliance und Nachhaltigkeit

Michael Proschek-Hauptmann ist Leiter für Compliance und Sustainability bei der Schweighofer Gruppe und verantwortet dort seit März 2017 die Compliance- und Nachhaltigkeitsagenden. Der studierte Biologe hat langjährige Erfahrung in den Bereichen NGOs, Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Er war mehr als acht Jahre lang Geschäftsführer des Umweltdachverbands und hat dort eine entscheidende Rolle bei der positiven Weiterentwicklung und Neuorientierung des Verbandes gespielt. Zeitgleich war er Vorstandsmitglied bei der globalen Holzzertifizierungsinitiative PEFC International.

Herr Proschek-Hauptmann, was genau ist Ihre Aufgabe im Unternehmen?
Im Fokus meiner Aufgabe steht die Sicherstellung, dass wir kein Holz aus kontroversen Quellen in unsere Lieferkette bekommen, und dass sich unsere Mitarbeiter an alle internen und externen Regelungswerke halten. Ziel ist es damit zum Vorreiter für eine nachhaltige Forstwirtschaft in Rumänien zu werden. Ein offener Dialog und Transparenz sind in meiner Arbeit essentiell. Das Hinhören und Ernstnehmen von Argumenten von außen leitet dabei meine Aufgabe.

Was ist der Aktionsplan Rumänien?
Worten müssen Taten folgen. Unser Maßnahmenpaket für eine nachhaltige Holzindustrie in Rumänien geht weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus aber wir wollen uns dennoch stetig verbessern. Wir wollen nicht nur in der Holzverarbeitung perfekt werden, sondern auch andere Ansprüche perfekt erledigen. Wir müssen sicherstellen, dass nur nachhaltig geerntetes Holz für die Weiterverarbeitung verwendet wird. Strenge Kontrollen und Audits sollen eine lückenlose Transparenz in der Holzlieferkette garantieren. Das lassen wir uns einiges kosten. Allein im Jahr 2017 haben wir bereits rund 1 Mio. Euro in diese moderne Sicherheitsarchitektur investiert.

Welche Maßnahmen wurden bisher gesetzt, um die nachhaltige Forstwirtschaft in Rumänien bestmöglich sicherzustellen?
Bevor das Holz unserer Lieferanten von uns verarbeitet wird, durchläuft es intensive Qualitätskontrollen. Unser modernes GPS gestütztes Woodtracking-System "Timflow" - einzigartig in der europäischen Holzindustrie - stellt die Transparenz der Lieferkette sicher. Jeder LKW, der Holz in unsere Anlagen oder zu unseren Lagerplätzen liefert, muss mit dem von uns entwickelten GPS System Timflow ausgerüstet sein. Somit ist die Herkunft des Holzes, das wir verarbeiten nachvollziehbar. Alle unsere Lieferanten sind vertraglich verpflichtet, die Lieferkette so transparent und nachvollziehbar zu gestalten wie möglich. Stellen wir fest, dass diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, oder die Herkunft der Lieferungen nicht klar nachvollziehbar ist, nehmen wir das Holz nicht an. Damit hat die Holzindustrie Schweighofer ein Kontrollsystem das weit über die strengen rechtlichen Vorgaben Rumäniens hinausgeht.

Welche Rolle spielen NGOs dabei?
Für unsere Arbeit zur Sicherstellung nachhaltiger Forstwirtschaft in Rumänien ist uns der Kontakt und Austausch mit NGOs sehr wichtig. Ich war in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn immer sehr eng mit NGO-Arbeit verbunden, zuletzt als Geschäftsführer des Umweltdachverbandes. Ich bin daher persönlich davon überzeugt, dass wir als Unternehmen die Argumente von Umweltgruppen ernst nehmen müssen. Ich bin aber auch sehr zuversichtlich, dass die strengen Standards in unserem Maßnahmenplan bereits jetzt eine eigene Sprache sprechen und zeigen, dass uns diese Anliegen wichtig sind. Wir stehen im Dialog mit den verschiedenen Umweltschutzgruppierungen und wollen Anregungen aus diesem Bereich zur Verbesserung unserer Maßnahmen nutzen. Letztendlich liegt es im Interesse von Holzindustrie Schweighofer selbst und der gesamten Branche, nachhaltige und auch langfristig planbare Forstwirtschaft zu unterstützen.